„Abstand halten“

„Abstand halten“

Corona: Wortbedeutung: Krone, Kranz, Heiligenschein
Es gibt den Ausspruch, das energetische Gesetz, das heißt: „Wie oben, so unten.“
Wenn die Krone wackelt, dann sind wir also auf unsere Wurzeln zurückgeworfen. Wo ist
meine Heimat? Wo komme ich her?

Aura: Wortbedeutung: Ausstrahlung unseres Energiekörpers, Heiligenschein
Meine körperliche Grenze bildet meine Haut, aber darüber hinaus beginnt mein
feinstofflicher Körper, die sogenannte Aura, dessen Grenze sich wesentlich weiter ausdehnt.
Unter Umständen sogar einige Meter, wie eine eiförmige Hülle, die genauso real zu mir
gehört, wie mein Körper.

Wenn wir unsere Wahrnehmung etwas schulen, dann sind wir in der Lage bei geschlossenen
Augen zu spüren, sobald jemand unsere Aura betritt. Du kannst das mal ausprobieren.
Interessanterweise spüren wir diese Übertretung spätestens 2 Meter entfernt von unserem
Körper. Wobei die Überschneidung schon viel früher passiert, da ja jeden diese Aura umgibt.
2 Meter das ist genau der Abstand, der im Moment aus hygienischen Gründen eingefordert
wird.

Kürzlich sagte mein 10-jähriger Sohn zu mir: „Mama, wenn das mal vorbei ist mit Corona, bin
ich dafür, dass man den 2 Meter Abstand weiter einhält.“
Ich war etwas erstaunt über diesen Satz, wo doch bei den meisten von uns der Wunsch nach
Nähe immer größer wird. Dieser Satz brachte mich dazu diesen Abstand etwas genauer anzuschauen.
Wenn ich in der Praxis frage: „Wie geht es dir?“, dann kommt oft nach der ersten
Einschätzung „Nicht so gut“ der Nachsatz „… der oder die hat jenes zu mir gesagt…, oder das
und jenes gemacht und sein oder ihr Verhalten hat mich so wütend gemacht.“

Was ist passiert?
Der Befragte geht ziemlich schnell weg von sich zu einer anderen Person, mit der es
offensichtlich einen Konflikt gab, deren Verhalten Wut auslöst. Wir sind es gewohnt nach
Ursachen für unsere Gefühle im Außen zu suchen, einen Schuldigen ausfindig zu machen,
der für meine schlimmen Gefühle verantwortlich ist. Im nächsten Schritt sind wir schnell
dabei über den anderen zu urteilen. „Wieso tut er/sie mir das an? Wie kann man so sein?“

Warum passiert das?
Möglicherweise deshalb, weil wir keinen Abstand halten.

Bleibe ich bei mir und bleibt der andere bei sich, dann werden wir plötzlich auf unsere
eigenen Schwächen zurückgeworfen. Hinter unserer Wut auf den anderen spüren wir
Hilflosigkeit und Ohnmacht, vielleicht Traurigkeit und Angst. Negative Gefühle, die uns
schwach machen. Und diese anzuschauen, auszuhalten und anzunehmen fällt uns extrem
schwer.

So, wie wir vorschnell dabei sind über andere zu urteilen, so hart verurteilen wir uns
eigentlich selbst, weil wir uns einreden, diese Schwächen nicht haben zu dürfen. Weil wir nur
stark sein wollen und die Schwächen leugnen. Obwohl sie ja real existieren, verstärken wir
die Schwächen und geben ihnen damit noch mehr Macht über uns. In diesen Zeiten der
Ausgangsbeschränkungen kommen genau diese Schwächen immer mehr an die Oberfläche.
Je mehr wir sie verdrängen und weghaben wollen, desto blockierter werden wir. Die
verdrängten Gefühle manifestieren sich als negative Energien in unserem Körper. Angst
nimmt uns die Luft zum Atmen, wir fühlen uns gelähmt, rutschen in Depression oder Burn-
out.

Die Gefühle werden so massiv, dass wir sie nicht mehr wegreden können. Es geht darum,
dass wir ehrlicher zu uns selbst werden und anerkennen, dass wir eben mutig und ängstlich,
stark und schwach sind und dass wir das auch sein dürfen.
Wir sind dazu aufgerufen aus hygienischen Gründen Abstand zu halten, was angeblich zu
Solidarität untereinander führen soll, von der ich offen gesagt wenig bis gar nichts
wahrnehme.

Worin besteht die echte Chance des Abstandhaltens?
Ich denke, sie besteht tatsächlich darin, nicht aus Angst vor Ansteckung Abstand zu halten,
sondern aus Gründen der Seelen- und Psychohygiene.
Bin ich bereit, ganz bei mir zu bleiben, meine Schwächen wahrzunehmen und mich nicht
dafür zu verurteilen?
Kann ich mich selbst liebevoll anschauen?
Wie denke ich über mich selbst? Kann ich mich so annehmen, wie ich bin und mich
wertschätzen?
Habe ich Geduld und Nachsicht mit mir selbst?
Wenn wir diese Chance des Abstandes nutzen, um zu erkennen, dass unsere Wurzeln, nach
denen ich anfangs gefragt habe, aus der LIEBE erwachsen, erst dann kann es authentische
Solidarität geben. Denn Gemeinschaft und Solidarität beginnen bei der Beziehung zu mir
selbst.

Wenn ich mich mit meinen Stärken und Schwächen annehmen und lieben kann, dann kann
die Energie wieder ungehindert fließen und die Corona, unser Heiligenschein kann von innen
her strahlen!

Raphaela Haag


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