Die Kontaktsperre ist „tödlicher“ als das Virus

Die Kontaktsperre ist „tödlicher“ als das Virus

Die Menschen haben Angst vor dem Tod, deshalb wird alles medizinisch mögliche getan, um den Körper zu erhalten und zu retten, auch, wenn dieser Körper schon über 90 Jahre alt ist. Auch die Kontaktsperre soll letztlich helfen, Leben zu retten.

Aber vergessen wir damit nicht etwas? Ja, wir vergessen,

  • dass gerade die ältere Generation liebgewonnene Gewohnheiten hat (z.B. der morgendliche Gang zum Bäcker, der Besuch der Enkelkinder, der freundliche Tratsch beim Frisör, der Besuch der Nachbarin zum Kaffee, etc.), welche ihren Alltag bunt machen und ihnen die Freude am Leben erhalten.
  • dass auf ein Minimum beschränkte Sozialkontakte psychisch labilen Menschen (v.a. Alleinstehende) stark zusetzen: es treibt sie in Depressionen, Ängste verstärken sich, die Suizidgefahr wird größer.
  • dass in schwierigen und belasteten Familien die Corona-Maßnahmen den Druck noch verstärken und die Verzweiflung wachsen lässt. Die Missbrauchsfälle werden steigen ebenso wie die Gewalt in den Familien.
  • dass Frauen, die ohne ihren Partner in den Kreißsaal zur Entbindung gehen müssen, unter großem Stress stehen, weil sie die schmerzhaften Wehenstunden oftmals ganz alleine durchstehen müssen (die Hebammen sind ja auch häufig mehrfach gefordert und deshalb nicht ständig präsent) – die Folge sind Geburtsstillstand oder andere Komplikationen bis hin zum Notkaiserschnitt.

Nicht unser pyhsischer Tod ist das Schlimmste. Das Schlimmste ist Verlassenheit, sich im Stich gelassen fühlen, Einsamkeit – das ist der Tod vor dem Tod. Ein Leben ohne Lebendigkeit und Freude. Das kann unsere Gesellschaft mit großen Anstrengungen zwei Wochen durchhalten, aber vier Wochen, sechs oder acht? Je länger die Kontaktsperre besteht, desto mehr gewinnt die Angst vor dem Tod an Macht. Das geht gegen die Menschlichkeit.
Das Größte und Schönste unseres Menschseins ist die Liebe, die Nähe eines Menschen – das ist es , was unser Leben hell und lebendig macht und was uns letztlich auch im Sterben hilft, zu gehen.


Ein Gedanke zu „Die Kontaktsperre ist „tödlicher“ als das Virus

  1. Endlich kritische Töne Veronika zur Ausgangssperre. 80% sind Über 80, die anderen mit massiven Vorerkrankungen. Vielleicht müssten wir mal lernen, nicht immer festzuhalten – alte Menschen sind immer schon gestorben waren, immer schon für Grippe anfällig. Besser testen und Mundschutz als alle einsperren.
    Dazu kommt zunehmend in vielen Familien Stress mit den Kindern, die noch länger verstehen, warum sie nicht mit anderen spielen dürfen, Druck und Spannungen in den Familien, bei vielen kleinen Selbständigen und Freiberuflern die Verzweiflung über ihren wirtschaftlichen Ruin. Was ich noch ganz schlimm finde ist das zunehmend Misstrauen unter Nachbarn. Immer wird geredet halte zusammen, aber das spaltet langfristig. Nachbarn die regelrecht bespitzeln vergiften das Klima nachhaltig.

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