„Das Leben ruckelt, wenn es in den nächsten Gang schaltet“ oder die Corona-Krise

„Das Leben ruckelt, wenn es in den nächsten Gang schaltet“ oder die Corona-Krise

Auch die Corona-Krise löst in uns Menschen ähnliches Verhalten aus wie ein traumatisches Erlebnis. Bei einem Trauma gibt es drei unterschiedliche Reaktionsformen: Kampf, Flucht und sich Totstellen. Solche Reaktionen finden wir auch ganz aktuell in dieser Corona-Krise:

Es gibt die Menschen, die kämpfen: Hamsterkäufe, Definfektionsmittel kaufen und horten, Vorbereitet sein, Aktionismus…

Es gibt die, die „flüchten“: Totale Isolation, einigeln…

Und es gibt die, die sich totstellen: So tun, als ob nichts wäre, alles verharmlosen, weiter machen wie gehabt…

Keine dieser drei Reaktionsformen ist die „Richtige“ oder die „Falsche“, sondern wir alle reagieren – je nach unseren gemachten Erfahrungen – unterschiedlich auf die Herausforderung, ohne das willentlich ändern zu können.

Da ist zum Beispiel der 96jährige Wilhelm K., der beim Anblick eines leeren Lebensmittelregals in Tränen ausbricht, weil er das schon mal so ähnlich erlebt hat.

Dasselbe leere Regal sieht die 35jährige Sonja T. und denkt sich: „So was Blödes. Naja, komm ich halt morgen wieder.“ Und dann gibt es noch den 40jährigen Thomas S., der genauso verzweifelt reagiert, wie  Wilhelm K. und sich seine eigene Reaktion gar nicht erklären kann.

Es geht jetzt nicht darum, die richtige Verhaltensweise zu finden, sondern darum, wahrzunehmen, was diese Krise in mir auslöst und wie ich reagiere. Das bedeutet, wahrzunehmen, welche Gefühle ich in mir habe und welches Bedürfnis dahinter steht:

So könnte der 96jährige Wilhelm K. vielleicht erkennen, dass hinter seiner Traurigkeit, die von dem leeren Regal ausgelöst wird, zunächst eine große Angst und Bedrohung steckt und er das Bedürfnis nach Sicherheit und Versorgtsein hat.

Wenn er das klar erkennen würde, wäre es ihm möglich zu sehen: Das, was jetzt gerade in dieser Corona-Krise passiert, ist nicht das gleiche wie meine erlebte Kriegserfahrung. Es ist keine schöne Situation, aber mein Leben ist nicht bedroht, weil ein Lebensmittelregal leer ist. Die Grundversorgung in Deutschland ist und wird stabil bleiben.

Die Corona-Krise triggert unter Umständen Traumata (eigene oder die unserer Ahnenreihe), weshalb es sich lohnt, in diesen Zeiten der Entschleunigung sich achtsam und aufrichtig wahrzunehmen und das ursprüngliche Trauma hinter allem zu erkennen.

Wird das Ursprungstrauma nämlich nicht gelöst, spiegelt es sich in unterschiedlichen Facetten wider und wird auch noch durch die aktuelle Krise (wie BSE, Schweinegrippe, Vogelgrippe und jetzt Corona) genährt, also verstärkt – wie ein Gewitter, das an einem Berg hängen bleibt und mehrmals kreist und immer wieder Fahrt aufnimmt.

Jeder von uns hat in seiner Geschichte irgendein Trauma, das nicht vollständig gelöst oder verarbeitet wurde – also jeder hat sein eigenes „Gewitter“, das vorherrschend mit dem Gefühl Angst verbunden ist. Wir alle stehen gemeinsam (jeder mit seinem eigenen Trauma) vor einem Berg, der Verlustangst heißt. Wir haben weniger Angst vor den Corona-Viren als viel mehr davor, in irgendeiner Weise etwas zu verlieren, vor allem materiell.  Wir machen uns Sorgen um unsere Existenz.

Deshalb möchten wir euch Mut machen, gerade jetzt in dieser Zeit der Entschleunigung, wo wir sowieso auf uns selbst zurück geworfen sind, eure Traumata anzuschauen und zu lösen. Schaut euch doch einfach mal auf unserer Seite (Unsere Homepage: www.wege-zum-herzen.de) um, ob ihr  etwas finden könnt, das euch anspricht.

Wir sind weiter für euch da – per Telefon, WhatsApp oder auch Skype!

Raphaela Haag (0170 – 44 111 04)

Marion Maier (0176 – 64 72 63 24)

 

 

 


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